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Disposition (Orgel) Artikel
Die Registrierung genannt die Kombination verschiedener Register der Orgel. Hier können unterschiedliche Klangfarben und Lautstärken erreicht werden.
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Jede Epoche baute Orgeln anders, demzufolge sind auch die Registrierungen unterschiedlich. Für Orgeln aus der Barockzeit sowie der neueren Orgelbewegung (ab ungefähr 1920) kann die Register nach der Klangfarbe und Verwendung in drei funktionelle Gruppen einteilen:
- Die erste Gruppe bildet mit dem typischen "Orgelklang" hervortretende Stimmen, die auf einen kräftigen Gesamtklang, das so genannte "Plenum", ausgelegt sind. Hierzu gehören die Prinzipale, Oktaven, Mixturen, auch die Trompeten.
- Die zweite Gruppe hat eher sanfte, flötenartige Töne, die sich hervorragend mischen lassen. Es sind die weiten offenen, die konischen, die Gedackten Stimmen in all ihren Variationen, auch Krummhorn
- Die dritte Gruppe sind die Stimmen, die am besten solistisch zu benutzen sind, wie die Streicher und engen Flöten, die Regale, Oboen und Schalmeien
Die hohe Kunst des Orgelspiels ist hier das Triospiel, bei dem jeder Hand und dem Pedal jeweils eigene Klangfarben zugewiesen sind und dadurch eine besondere Klangdifferenzierung erreicht werden kann.
Als Beispiel sei hier eine Orgel mit 27 Stimmen des neueren Orgelbaus angegeben, viele andere Orgeln sind ähnlich bestückt:
Pedal Hauptwerk Brustwerk
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F I F I F I
Prinzipalbass 16' Prinzipal 8' Prinzipal 4'
Oktavbass 8' Oktave 4' Scharff 3fach 1'
Oktave 4' Superoktave 2'
Mixtur 4fach 2 2/3' Mixtur 4fach 1 1/3'
Kontrafagott 16' Trompete 8'
F II F II F II
Subbass 16' Bordun 16' Gedackt 8'
Gedecktbass 8' Rohrflöte 8' Gemshorn 4'
Spitzflöte 4' Blockflöte 2'
F III F III F III
Regal 4' Sesquialter 2fach Gamba 8'
Vox celeste 8'
Quinte 2 2/3'
Terz 1 3/5'
Oboe 8'
Tremulant
Schwellkasten
Diese Einordnung muss nun natürlich nicht sklavisch eingehalten werden, gibt jedoch eine Möglichkeit, die Register grob einzuteilen. Die tatsächliche Registrierung liegt stets noch in der Hand des Organisten.
Heute sind in dem Schwellwerk häufig "französische" Zungen nach Vorbildern Cavaille-Colls (19.Jhdt.) Dies ist insofern problematisch, dass man Orgelmusik von Reger auf diesen Orgeln nicht gültig darstellen kann, aber auch bei Bach schon große Probleme hat. Der Grund für die Beliebtheit dieser Register liegt in der Elsässischen Orgelreform beründet, die das Ideal der deutschen Romantik (Walcker, Weigle...) verwarf und eine Rückführung zur Barockorgel, aber mit Cavaille-Coll'schem "Einschlag" forderte.
In diesem Punkt ist der Wein noch nicht ausgegoren, da viele Organisten "rein" deutsch-barocke, italienisch-renaissance usw. Orgeln den Orgeln, auf denen man angeblich alles spielen kann, vorziehen.
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Die Romantik hatte ein vollkommen anderes Bild von der Orgel. In dem Gegensatz zur Barockorgel sind hier die 8'-Lagen mehrfach mit verschiedenen, Orchesterinstrumente nachahmenden Stimmen besetzt, die höheren Lagen treten hierfür zurück.
Häufiger trifft man in romantischen Orgeln Register an die auf einem erhöhten Winddruck stehen. Diese Hochdruckregister finden sich vor allem in dem amerikanischen, englischen, französischen und seltener in dem deutschen Orgelbau. Typische Hochdruckregister sind z.B.: Tuba mirabilis, Trompette en chamade, Stentorgambe oder - flöte oder Royal Trumpet.
Außerdem verfügen alle größeren romantischen Orgeln über zahlreiche Spielhilfen und technische Besonderheiten. Typisch ist das so genannte Schwellwerk: ein Teil der Pfeifen befinden sich innerhalb der Orgel in einem geschlossenen Kasten, der mittels eines Fußtrittes am Spieltisch, geöffnet und geschlossen werden kann. Dies macht erstmals eine stufenlose Dynamik der Lautstärke möglich.
Viele romantische Orgeln verfügen zudem über eine Crescendowalze, die es ermöglicht mittels einer mit dem Fuß zu bedienenden Walze oder eines Balanciertritts, nach und nach alle Register der Orgel zuzuschalten ohne die entsprechenden Registerknöpfe bedienen zu müssen. Viele romantische Orgelwerke und Komponisten setzten eine Crescendowalze voraus (Max Reger).
Erstmals tauchen in romantischen Orgeln gehäuft Sreicherstimmen und überblasende Flöten (Aristide Cavaillé-Coll) auf. Streicherstimmen sind sehr eng mensurierte Pfeifen. Hierbei werden bewusst zwei Register leicht gegeneinander verstimmt, wobei ein Register etwas höher gestimmt ist als das Grundregister, so das ein "schwebender" Ton entsteht (Voix Céleste, Gamba, Aeoline).
Außerdem verfügt die romantische Orgel häufig über Sub- und Superoktavkoppeln. Diese bewirken, dass beim Anschlagen eines Tones und bei geschalteter Suboktavkoppel, der gleiche Ton eine Oktave tiefer mitklingt. Bei gezogener Superoktavkoppel erklingt der gleiche Ton eine Oktave höher mit (Oktavierung).
Zahlreiche technischen Neuerungen (Elektrik, Pneumatik, neue Baumaterialien) machen es möglich stets größere Instrumente zu bauen. Es seien als Beispiele hier die Steinmeyer/Eisenbarth-Orgel des Domes zu Passau (heute 233 Register), die berühmte Wannamaker-Orgel in Philadelphia (Lord & Taylor Department Store, 357 Register) oder der Welt größte Orgel in der Atlantic-City Convention Hall mit 337 Registern bei 449 Pfeifenreihen (ranks) und rund 32 Tausend Pfeifen, genannt.
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